Die Website eines Immobilienmaklers ist vor allem ein Prüfstein für Eigentümer. Wer über einen Verkauf nachdenkt, sieht sich die Websites mehrerer Makler an, bevor er einen anruft. Eine gute Makler-Website beantwortet deshalb in wenigen Sekunden drei Fragen: Für wen arbeiten Sie, wie läuft ein Verkauf mit Ihnen ab, und wie nehme ich Kontakt auf? Dazu kommen Pflichten, die jede geschäftliche Website erfüllen muss: ein vollständiges Impressum nach § 5 DDG mit Angabe der Aufsichtsbehörde, eine Datenschutzerklärung und eine Einwilligung nach § 25 TDDDG, wenn Sie Statistik- oder Werbedienste einsetzen. Die Website ersetzt keine Akquise, aber sie entscheidet, ob Ihre Akquise in einem Termin endet.

Wofür Eigentümer Ihre Website nutzen

Eigentümer kommen selten zufällig auf Ihre Seite. Meist haben sie Ihren Namen auf einem Verkaufsschild gesehen, von Nachbarn gehört oder bei einer Suche nach Maklern in ihrer Stadt gefunden. Auf der Website suchen sie Bestätigung:

  • Kennt dieser Makler meine Gegend und meine Art von Immobilie?
  • Wirkt er seriös und professionell?
  • Was sagen andere Eigentümer über ihn?
  • Was passiert, wenn ich mich melde?

Kaufinteressenten nutzen dagegen überwiegend Immobilienportale. Ihre Website muss für sie vor allem die aktuellen Angebote zeigen; die eigentliche Zielgruppe sind Verkäufer.

Die Seiten, die eine Makler-Website braucht

Startseite

Die Startseite sagt in einem Satz, was Sie tun, wo und für wen. „Wir verkaufen Wohnungen und Häuser in [Ihrer Region]“ ist klarer als ein allgemeiner Slogan. Darunter folgen ein kurzer Überblick über den Verkaufsablauf, Belege wie Bewertungen und Referenzen und ein sichtbarer Weg zur Kontaktaufnahme.

Seite für Eigentümer

Die wichtigste Unterseite. Beschreiben Sie Schritt für Schritt, wie ein Verkauf mit Ihnen abläuft: Erstgespräch, Bewertung, Unterlagen, Exposé, Vermarktung, Besichtigungen, Verhandlung, Notartermin, Übergabe. Nennen Sie, was der Eigentümer tun muss und was Sie übernehmen. Erklären Sie, wie Sie die Provision berechnen und wann sie fällig wird. Offenheit an dieser Stelle spart Ihnen Fragen im Erstgespräch.

Über uns

Eigentümer beauftragen Menschen, nicht Logos. Zeigen Sie echte Fotos, nennen Sie Qualifikationen, die Sie belegen können, und Ihre Erfahrung in der Region. Verzichten Sie auf Siegel oder Auszeichnungen, deren Herkunft Sie nicht erklären können.

Angebote und Referenzen

Aktuelle Angebote zeigen, dass Sie aktiv sind. Abgeschlossene Verkäufe zeigen, dass Sie verkaufen können. Veröffentlichen Sie Referenzen nur mit Zustimmung der Eigentümer und ohne Angaben, die diese nicht freigegeben haben, etwa den erzielten Preis.

Bewertung oder Kontakt

Viele Makler bieten eine Online-Einschätzung des Verkaufswerts an. Sie ist für Eigentümer ein niedrigschwelliger erster Schritt und für Sie eine Anfrage mit Objektdaten. Wichtig: Eine automatische Einschätzung ist eine grobe Orientierung, kein Gutachten. Sagen Sie das klar und bieten Sie die persönliche Bewertung als nächsten Schritt an. Wie Sie eine Online-Bewertung als Lead-Quelle einsetzen, behandelt der Kurs Eigentümer-Akquise.

Ratgeber

Erklärende Inhalte zu Unterlagen, Kosten, Steuern beim Verkauf oder zum Verkauf vermieteter Objekte helfen Eigentümern bei ihrer Entscheidung und machen Sie in Suchmaschinen auffindbar. Schreiben Sie für Ihre Region und Ihre Zielgruppe, nicht für alle.

Pflichtangaben und Recht

Impressum nach § 5 DDG

Wer geschäftsmäßig einen digitalen Dienst anbietet, muss bestimmte Informationen leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar halten (§ 5 Abs. 1 DDG). Dazu gehören unter anderem:

  • Name und Anschrift, bei juristischen Personen zusätzlich Rechtsform und Vertretungsberechtigte,
  • Angaben für eine schnelle elektronische Kontaktaufnahme einschließlich E-Mail-Adresse,
  • Handelsregister oder vergleichbares Register mit Registernummer, soweit eingetragen,
  • die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, soweit vorhanden,
  • weil die Maklertätigkeit eine behördliche Erlaubnis nach § 34c GewO erfordert: Angaben zur zuständigen Aufsichtsbehörde (§ 5 Abs. 1 Nr. 3 DDG).

Verlinken Sie das Impressum von jeder Seite aus, üblicherweise im Fußbereich.

Datenschutz und Cookies

Ihre Website verarbeitet personenbezogene Daten, spätestens über das Kontaktformular. Sie brauchen eine Datenschutzerklärung, die beschreibt, welche Daten Sie wofür und auf welcher Grundlage verarbeiten.

Speichert Ihre Website Informationen auf dem Endgerät der Besucher oder liest sie dort aus, etwa über Cookies, brauchen Sie dafür grundsätzlich eine Einwilligung (§ 25 Abs. 1 TDDDG). Keine Einwilligung ist nötig, wenn die Speicherung für den vom Nutzer ausdrücklich gewünschten Dienst unbedingt erforderlich ist (§ 25 Abs. 2 Nr. 2 TDDDG). Statistik- und Werbedienste fallen in der Regel nicht darunter. Eine schlanke Website ohne solche Dienste kommt deshalb ohne Einwilligungsbanner aus.

Bewertungen auf der eigenen Seite

Zeigen Sie Kundenbewertungen auf Ihrer Website, müssen Sie angeben, ob und wie Sie sicherstellen, dass sie von echten Kunden stammen (§ 5b Abs. 3 UWG). Gefälschte oder gekaufte Bewertungen sind unzulässig.

Objektanzeigen

Für Angebote auf Ihrer Website gelten dieselben Pflichtangaben zum Energieausweis wie für Portalanzeigen (§ 87 GModG). Wie Sie diese Angaben im Exposé unterbringen, steht im Ratgeber Exposé erstellen.

Technik: schnell, mobil, pflegbar

Mobil zuerst

Ein großer Teil der Besucher kommt mit dem Smartphone. Prüfen Sie jede Seite zuerst auf einem Telefon: Ist die Telefonnummer antippbar, lässt sich das Formular mit dem Daumen ausfüllen, sind Fotos scharf, aber nicht riesig?

Ladezeit

Langsame Seiten verlieren Besucher und ranken schlechter. Die häufigsten Ursachen auf Makler-Websites sind unkomprimierte Fotos, zu viele eingebundene Fremddienste und schwere Baukasten-Vorlagen. Komprimieren Sie Bilder, binden Sie nur ein, was Sie wirklich brauchen, und testen Sie die Seite regelmäßig mit einem Messwerkzeug für Ladezeiten.

Anbindung an Ihre Software

Viele Maklerprogramme können Angebote automatisch auf die Website übertragen. Das spart doppelte Pflege und verhindert, dass verkaufte Objekte online bleiben. Klären Sie vor der Wahl von Baukasten oder Agentur, welche Schnittstellen Ihre Software bietet. Hilfe bei der Auswahl gibt der Kurs Digitalisierung und KI.

Selbst pflegen können

Eine Website, die Sie für jede Textänderung bei einer Agentur beauftragen müssen, veraltet. Achten Sie darauf, dass Sie Angebote, Referenzen, Bewertungen und Ratgebertexte selbst ändern können.

Inhalte aktuell halten

Eine Website ist nie fertig. Legen Sie einen festen Rhythmus fest, zum Beispiel einmal im Monat: Angebote und Referenzen prüfen, neue Bewertungen einbinden, Teamfotos und Ansprechpartner aktualisieren, Ratgebertexte auf den aktuellen Rechtsstand bringen. Notieren Sie bei Ratgebertexten das Datum der letzten Überarbeitung. Eigentümer bemerken veraltete Inhalte schnell, etwa ein Team, das nicht mehr stimmt, oder Angebote aus dem Vorjahr, und schließen daraus auf die Sorgfalt Ihrer Arbeit. Wer die Pflege an Mitarbeiter verteilt, sollte klar regeln, wer welche Seite verantwortet.

Baukasten, Agentur oder Branchenlösung?

Weg Vorteile Nachteile
Website-Baukasten günstig, schnell online, selbst bedienbar begrenzte Anbindungen, oft langsamer, Vorlagen ähneln sich
Branchenlösung eines Softwareanbieters Angebote werden automatisch übernommen weniger gestalterische Freiheit, Bindung an den Anbieter
Agentur individuell, technisch sauber, auf Ihre Abläufe zugeschnitten höhere Kosten, Abhängigkeit bei Änderungen, wenn nicht vereinbart

Welche Lösung passt, hängt davon ab, wie viele Objekte Sie gleichzeitig vermarkten und wie wichtig Ihnen eigene Ratgeberinhalte sind.

Gefunden werden: Suchmaschinen und lokale Sichtbarkeit

Eine Website, die niemand findet, prüft auch niemand. Für Makler sind vor allem lokale Suchen wichtig, etwa nach einem Makler in einer bestimmten Stadt oder nach dem Verkauf einer bestimmten Objektart in der Region. Grundlagen, die Sie selbst umsetzen können:

  • Eindeutige Seitentitel: Jede Seite hat einen Titel, der beschreibt, was auf ihr steht, mit Ort und Leistung, nicht nur den Firmennamen.
  • Eigene Seiten für Schwerpunkte: Wenn Sie mehrere Stadtteile oder Objektarten betreuen, verdient jeder Schwerpunkt eine eigene Seite mit eigenem Inhalt, nicht dieselbe Seite mit ausgetauschtem Ortsnamen.
  • Unternehmensprofil pflegen: Name, Adresse und Telefonnummer stimmen auf Website, Unternehmensprofil und Verzeichnissen überein.
  • Inhalte mit Nutzen: Ratgebertexte, die echte Fragen von Eigentümern beantworten, werden eher gefunden und verlinkt als Werbetexte.
  • Strukturierte Daten: Angaben zu Ihrem Unternehmen in maschinenlesbarer Form helfen Suchmaschinen, Ihre Seite richtig einzuordnen.

Suchmaschinenoptimierung wirkt langsam. Rechnen Sie mit Monaten, nicht Wochen, bis neue Inhalte spürbar Besucher bringen, und messen Sie, welche Seiten tatsächlich zu Anfragen führen.

Häufige Fehler auf Makler-Websites

  1. Verkaufte Objekte bleiben online, und Interessenten fragen nach Angeboten, die es nicht mehr gibt.
  2. Unvollständiges Impressum, etwa ohne Angabe der Aufsichtsbehörde.
  3. Statistikdienste ohne Einwilligung, obwohl § 25 TDDDG sie verlangt.
  4. Stockfotos von Menschen, die nicht in Ihrem Büro arbeiten.
  5. Formulare mit zu vielen Pflichtfeldern, die Eigentümer abbrechen lassen.
  6. Keine Telefonnummer auf der mobilen Ansicht.
  7. Veraltete Begriffe, etwa „Energieeinsparverordnung“ oder „GEG“ in Texten, die nach der Umbenennung in Gebäudemodernisierungsgesetz nicht aktualisiert wurden.

Aus Besuchern Anfragen machen

  1. Ein klarer nächster Schritt pro Seite: auf der Eigentümerseite zum Beispiel „Erstgespräch vereinbaren“, auf der Bewertungsseite „Verkaufswert einschätzen lassen“.
  2. Kurze Formulare: Fragen Sie nur ab, was Sie für den ersten Kontakt brauchen.
  3. Antwortzeit nennen: „Wir melden uns innerhalb eines Werktags“ senkt die Hemmschwelle, wenn Sie es einhalten.
  4. Telefonnummer sichtbar: Viele Eigentümer rufen lieber an, als ein Formular auszufüllen.
  5. Vertrauen am Entscheidungspunkt: Bewertungen oder Referenzen direkt neben dem Formular.
  6. Messen: Halten Sie fest, wie viele Anfragen über die Website kommen und wie viele davon zu Aufträgen werden.

Die Website im Gesamtmarketing

Die Website ist das Ziel, nicht der Weg. Besucher kommen über Verkaufsschilder, Empfehlungen, Social Media, Suchmaschinen oder Postwurfsendungen. Wie Sie diese Kanäle aufbauen und gegeneinander abwägen, beschreibt der Ratgeber Marketing für Immobilienmakler. Wer gerade gründet, findet die Website im Zusammenhang aller Startschritte unter Als Immobilienmakler selbstständig machen.

Mit der Mitgliedschaft bei maklerwerk.de erhalten Sie die vollständigen Kurse zu Akquise, Digitalisierung und Recht mit Lernblättern zum Herunterladen.

Stand der Angaben: 11/2026. Diese Seite ersetzt keine Rechtsberatung.